Die Erkennungsmarke: Warum es sie gibt und was drauf steht
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Die Erkennungsmarke gehört zu den persönlichsten Ausrüstungsgegenständen in den Streitkräften – jede ist so individuell wie die Person, die sie um den Hals trägt. Oft wird die Erkennungsmarke umgangssprachlich auch „Hundemarke“ genannt – historisch gesehen nicht ganz zu Unrecht.

Wenn Soldatinnen oder Soldaten fallen, ist es wichtig, Ihre Identität eindeutig feststellen zu können. Nur so können beispielsweise die Angehörigen ohne Verwechselungsgefahr informiert werden. Durch eine Perforation in der Mitte lässt sich die Erkennungsmarke teilen. Die eine Hälfte wird für die notwendigen Formalitäten innerhalb der Bundeswehr benötigt, die andere verbleibt an der Gefallenen oder am Gefallenen.
Doch nicht nur dafür ist die Marke wichtig. Der Vermerk der Blutgruppe verschafft im Falle einer Verwundung wertvolle Zeit, wenn beispielsweise eine Transfusion notwendig sein sollte. Die Erkennungsmarke dient damit nicht nur der Identifikation, sondern rettet womöglich auch Leben.
Die Erkennungsmarke im Detail
Die Erkennungsmarke der Bundeswehr besteht aus hochfestem, feuer- und wasserfestem Edelstahl. Sie ist in zehn Felder unterteilt, die auf der oberen und unteren Hälfte spiegelbildlich identisch geprägt sind. Wenn die Hälften an der Sollbruchstelle getrennt werden, bleiben damit auf beiden alle Informationen zur Person erhalten. Die Prägungen auf der Marke sind genau festgelegt und verschlüsseln die Identität der Soldatinnen und Soldaten:

- Feld 1: Reserviert für besondere Anordnungen des Verteidigungsministeriums.
- Feld 2 (Staatsangehörigkeit): Hier steht das Länderkürzel „DEU“. Ältere Versionen nutzten das Kürzel „GE“, das zur Vermeidung von Verwechslungen mit Georgien ersetzt wurde.
- Feld 3 (Religionszugehörigkeit): Freiwillige Angabe der Konfession (z. B. RK für römisch-katholisch, EV für evangelisch, O für orthodox, ISL für islamisch oder JD für jüdisch).
- Feld 4 (Personenkennziffer): Die sogenannte PK zieht sich über die gesamte Breite der Marke. Sie ist das zentrale Merkmal, um die Person eindeutig zu identifizieren. Sie setzt sich aus dem Geburtsdatum, dem ersten Buchstaben des Nachnamens sowie der Kennung der Musterungsdienststelle zusammen.
- Feld 5 (Blutgruppe): Angabe der Blutgruppe (A, B, AB oder 0).
- Feld 6 (Rhesusfaktor): Angabe des Rhesusfaktors (Rh+ oder Rh-).
- Felder 7 bis 10: Ebenfalls für besondere Anordnungen des Verteidigungsministeriums reserviert.
Soldatinnen und Soldaten mit Spezialaufgaben nutzen zudem Erkennungsmarken, die nicht magnetisierbar sind. Diese sind auf der Rückseite mit der Prägung „NM“ versehen. Sie verursachen keine magnetischen Interferenzen und werden deswegen beispielsweise an die Kampfmittelräumer ausgegeben.
Die Entstehung der Erkennungsmarke
Die Idee einer Marke zur Identifikation von Soldaten entstand um das Jahr 1866 im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Krieges. Den entscheidenden Impuls soll dabei ein Berliner Handwerker 1864 gegeben haben, der dem preußischen Kriegsministerium vorschlug, Soldaten mit Identifikationsmarken auszustatten. Als Vorbild diente ihm die Berliner Hundesteuermarke, was der Marke schnell ihren bis heute bekannten Spitznamen einbrachte.
Das Tragen dieser „Erkennungszeichen-Marken“ war in den ersten Jahrzehnten noch freiwillig. Verpflichtend wurde es erst 1914 mit Beginn des Ersten Weltkriegs. Die typische Sollbruchstelle in der Mitte wurde 1916 eingeführt. So konnte eine Hälfte am Gefallenen verbleiben und die andere Hälfte zur Registrierung an die dafür zuständige Dienststelle geschickt werden.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war es üblich, den Namen des Soldaten und den seiner Einheit auf der Marke einzustanzen. Mit Ausbruch des Krieges wurde die Marke anonymisiert, um dem Gegner keine Rückschlüsse auf Truppenbewegungen zu ermöglichen. Statt des Klarnamens wurden verschlüsselte Nummern oder Einheiten eingeprägt. Zudem wurde erstmals die Blutgruppe erfasst.
von Dennis PüschelDie Erkennungsmarke: Warum es sie gibt und was drauf steht
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